LYCOPIN UND GESUNDHEIT
Dienstag, 16. Januar 2018

Lycopin und Tomaten

Zu Obst und Gemüse mit hohem Lycopingehalt gehören nicht nur Tomaten, sondern auch Wassermelonen, rosa Pampelmusen, Papayas und Hagebutten. In der europäischen Ernährung wird jedoch 90 % der Lycopinaufnahme durch Tomaten und Tomatenprodukte gedeckt. 

Lycopin

Lycopin und andere Antioxidantien sind in der roten, reifen Tomate enthalten. Wetterbedingungen, Bodenbeschaffenheit, Sortenwahl und Anbaumethoden wirken sich jedoch auf die Gehalte an Lycopin und anderen Antioxidantien in frischen Tomaten aus. Außerdem beeinflussen Verarbeitungs- und Lagerbedingungen den Lycopingehalt im Endprodukt und die Bioverfügbarkeit. 

Anders als bei anderen Mikronährstoffen, z. B. Vitamin C, nimmt der Lycopingehalt während der Verarbeitung nicht ab, sondern wird sogar erhöht. Dies geschieht zum einen durch Konzentrationsverfahren, zum anderen durch die bessere Verfügbarkeit des Lycopins aus verarbeiteten Produkten. Weil Lycopin wasser-unlöslich und eng mit den Pflanzenfasern verbunden ist, erhöht der Verarbeitungsprozess die Bioverfügbarkeit. Kochen und Zerkleinern von Tomaten (wie bei der Herstellung von Dosentomaten) und das Servieren in ölhaltigen Speisen (wie Nudelsaucen oder Pizza) verbessert beispielsweise seine Aufnahme aus dem Verdauungstrakt in das Blut erheblich. Lycopin aus Tomatenkonzentrat wird viermal besser vom Körper aufgenommen als Lycopin aus frischen Tomaten. Demzufolge enthalten verarbeitete Tomatenprodukte wie Tomatensaft, -suppe, -soße und -ketchup die höchsten Konzentrationen an bioverfügbarem Lycopin.


Lycopin

Das mechanische Aufbrechen der Zellstrukturen in verarbeiteten Produkten (Tomatensaft, oben rechts), verglichen mit frischen Tomaten (oben links), erklärt teilweise den Unterschied in der Bioverfügbarkeit von Lycopin.

In Europa und den meisten anderen Industrieländern werden Tomaten zu einem sehr großen Teil in Form von verarbeiteten Tomatenprodukten verzehrt, mit einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Verzehr von 18 kg (kalkuliert als Frischware) in der Europäischen Union, mit Unterschieden zwischen 5 kg in der Tschechischen Republick und 30 kg in Italien.

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