DAS LYCOCARD-PROJEKT
Samstag, 19. August 2017

LYCOCARD: Rolle von Lycopin im Rahmen der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Neues EU-gefördertes Projekt schließt die Lücke zwischen gesunden Lebensmitteln und verbesserter Gesundheit

Böhm, V.
Institut für Ernährungswissenschaften, Friedrich-Schiller-Universität Jena
Dornburger Str. 25-29, 07743 Jena
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Zusammenfassung
Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs sind die Haupttodesursachen in Europa und anderen Industrieländern. Lycopin ist ein Pflanzenfarbstoff, der u. a. in Tomaten vorkommt, dem am zweithäufigsten verwendeten Gemüse in Europa. Verschiedene epidemiologische Studien lassen vermuten, dass Lycopin Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs vorbeugt. Der Lycopingehalt von Tomaten und Tomatenprodukten auf der einen Seite und die positiven Eigenschaften von Lycopin auf der anderen sind jedoch noch nicht ausreichend miteinander verknüpft, weil bisher noch nicht die gesamte Nahrungskette betrachtet wurde. LYCOCARD, ein EU-finanziertes Integriertes Projekt innerhalb des 6. Forschungs-Rahmenprogramms, untersucht seit April 2006, welche Rolle Lycopin bei der Senkung des Risikos von Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielt. Dabei wird die gesamte Nahrungskette berücksichtigt und der gesamte Weg „vom Acker auf den Tisch“ betrachtet.

LYCOCARD, Europäische Kommission, und Sixth Framework Programme

Stand der Forschung
Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs sind die Haupttodesursachen in Europa und anderen Industrieländern. Lycopin ist ein Pflanzenfarbstoff, der in hoher Konzentration in Tomaten, roten Pampelmusen, Wassermelonen und Papayas vorkommt. Tomaten, nach Kartoffeln das am meisten verwendete Gemüse in Europa, sind die größte Lycopinquelle in der Ernährung, sowohl in roher als auch in verarbeiteter Form. Verschiedene epidemiologische Studien lassen vermuten, dass Lycopin Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs vorbeugt. Der Lycopingehalt von Tomaten und Tomatenprodukten auf der einen Seite und die positiven Eigenschaften von Lycopin auf der anderen sind jedoch noch nicht ausreichend miteinander verknüpft, weil bisher noch nicht die gesamte Nahrungskette betrachtet wurde. Die fehlenden Verbindungen in dieser Kette sind: Entwicklung verbesserter Ernährungsrichtlinien und Bewertung der in-vivo-Effekte gesunder neuer Lebensmittel. Auch Einzelheiten zur Bioverfügbarkeit, zum Metabolismus und zu molekularen Mechanismen von Lycopin in verschiedenen biologischen Systemen sind noch unbekannt.

Lycocard: Lückenschluss
Abb. 1: Die Ergebnisse von LYCOCARD sollen die Lücke schließen

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