DAS LYCOCARD-PROJEKT
Freitag, 17. August 2018

Ergebnisse

Ergebnisse des zweiten Jahres

Im Laufe des zweiten Projektjahres wurden im Projektbereich II.1 “in-vitro-Studien” zahlreiche Experimente weitergeführt. Lycopin-Isomere und -Metabolite wurden isoliert und synthetisiert, um deren Bioaktivität zu testen (z. B. Transaktivierung nuklearer Hormonrezeptormechanismen). Mehrere Membrantransporter, die der Aufnahme von Carotinoiden und Lipiden in menschliche Darmzellen (Enterozyten) dienen,  wurden identifiziert. Zwei Verfahren zur Aufnahme von Lycopin in die Zellen wurden an verschiedenen Zelllinien getestet und zur Verwendung durch die Projektpartner festgelegt. Während des letzten Jahres haben Versuchsergebnisse gezeigt, dass Zigarettenrauch und andere freie Radikale den Gehalt an Lycopin und seinen (Z)-Isomeren im isolierten menschlichen LDL deutlich verringern. Außerdem wurde festgestellt, dass dabei Cholesterin zu 7-Ketocholesterin oxidierte. Diese Verbindung beeinflusst nachweislich die Signalwege innerhalb der Zelle und innerhalb der Apoptose von THP-1-Zellen. Eine gesteigerte Aufnahme von Lycopin wirkte diesem Effekt jedoch entgegen, womit eine weitere protektive Eigenschaft des Carotinoids nachgewiesen wurde. Einige dieser Versuche werden mit weiteren Lycopin-(Z)-Isomeren und -Metaboliten fortgesetzt.

Innerhalb des Projektbereichs II.2 „in-vivo-Studien“ wurde mit einigen Interventionsstudien bei Menschen begonnen. Die Lycopin-Wirkung von Tomatenprodukten auf Lycopin-Isomerisierung, Endothelfunktion und Darmresorption wurde untersucht. Zusätzlich wurden Studien mit Tiermodellen geplant, um einen tieferen Einblick in den cardiopräventiven Nutzen von Tomateninhaltsstoffen zu gewinnen. Eine weitere Interventionsstudie wird den Einfluss von genetischen Polymorphismen der Transporter auf die intestinale Absorption von Lycopin untersuchen.

Die Projektpartner im Bereich II.3 „Lebensmittelstudien“ untersuchten während des zweiten Projektjahres schwerpunktmäßig, wie sich die Anbaubedingungen und die Behandlung der Tomaten nach der Ernte auf deren Gehalt an Lycopin und anderen bioaktiven Pflanzenstoffen auswirken. Tomaten, die auf dem Feld gereift sind, weisen höhere Konzentrationen dieser Inhaltsstoffe auf als Tomaten, die bei der Lagerung nachgereift sind, da im zweiten Fall die Reifung von den Lagerungsbedingungen abhängig ist. Der hydrophile Tomatenextrakt weist eine höhere antioxidative Aktivität auf als der lipophile, lycopinhaltige Tomatenextrakt. Ebenfalls wurde erforscht, welche Auswirkungen die industrielle Verarbeitung und die Lagerung auf den Lycopingehalt verschiedener Tomatenprodukte haben.

Die Projektpartner im Bereich II.4 „Informationsverbreitung“ haben erfolgreich die zweite Projektbroschüre erarbeitet, welche in deutsch, französisch und spanisch übersetzt wurde und auf der Internetseite des Projektes kostenlos zur Verfügung steht. Hinsichtlich der Präsentation der ersten Projektergebnisse bei verschiedenen wissenschaftlichen Kongressen und Industriemessen waren zwei Veranstaltungen von besonderer Bedeutung: Anlässlich der 10th European Nutrition Conference fand eine an die wissenschaftliche Gemeinschaft adressierte Präsentation statt. Während der Tomato Day Conference (18. Oktober 2007 in Parma) wurde das LYCOCARD-Projekt Vertretern der Tomaten verarbeitenden Industrie vorgestellt. Die LYCOCARD-Internetseite, die seit November 2007 auch auf deutsch verfügbar ist, wurde kontinuierlich aktualisiert.